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Das Projekt in Kürze
Träger des Projektes ist das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen. In diesem arbeiten Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen der Universitäten Göttingen und Kassel/Witzenhausen u.a. an der Umsetzung umweltschonender Lebensweisen. Durch konkrete Forschungsarbeiten sollen dabei Impulse für eine nachhaltige Entwicklung der Region ausgehen und Aktivitäten in den Gemeinden zur Agenda 21 unterstützt werden.
In dem Vorhaben Das Bioenergiedorf ist geplant, unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung und eines Ingenieurbüros die Strom- und Wärmeversorgung eines Dorfes auf die Basis von Biomasse umzustellen. Hierdurch soll gezeigt werden, dass eine umweltfreundliche Energieversorgung im ländlichen Raum nicht nur technisch durchführbar, sondern auch erschwinglich ist. Welche Möglichkeiten hier bestehen wird daran deutlich, dass z.B. 2,5 kg trockenes Holz etwa den gleichen Heizwert besitzt wie 1 l Heizöl. Während bei der Verbrennung des nur begrenzt verfügbaren Heizöls zusätzliches Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird und zu Veränderungen des Klimas führt, wird bei der energetischen Nutzung von Holz oder anderer Biomasse ein CO2-neutraler und damit klimaneutraler nachwachsender Rohstoff verwendet. Neben diesen ökologischen Gründen sprechen aber auch handfeste ökonomische Gründe für die Nutzung heimischer Energieträger: Pro Einwohner werden im Durchschnitt 500,- € pro Jahr für Strom und Heizwärme ausgegeben. Dieses Geld fließt aus der Region ab an die internationalen Öl- und Stromkonzerne. Durch die Nutzung regional verfügbarer Energieträger könnten Teile dieses Geldes in der Region bleiben und zur Erhaltung von Arbeitsplätzen vor allem in der Land- und Forstwirtschaft beitragen.
Es liegen ausgereifte technische Lösungen für den geplanten Umstellungsprozess vor. Für die Gewinnung von Strom und Wärme kommt insbesondere ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk in Frage. Das Biogas wird in einer Biogasanlage erzeugt. Hierfür können Gülle, Gras- oder Maissilage, Grünschnitt und andere Rohstoffe aus der Landwirtschaft eingesetzt werden. Entsprechend dem Bedarf im Ort wird Strom produziert und in das öffentliche Netz eingespeist. Die Haushalte beziehen weiterhin den Strom von ihrem bisherigen Stromversorger.
Für den zusätzlichen Wärmebedarf im Winter bietet
sich die zentrale Verbrennung von Holzhackschnitzeln oder Stroh in einem
Heizwerk an. Wie bei einer häuslichen Zentralheizung wird mit der Wärme
Wasser erhitzt, das über ein zu verlegendes Nahwärmenetz im Dorf an die
Haushalte verteilt wird.
Die Verlegung von Nahwärmenetzen ist ökologisch und ökonomisch nur sinnvoll, wenn viele Haushalte an einem Strang ziehen. Es reicht nicht aus, wenn nur 10 oder 20% der Haushalte mitmachen. Wichtig ist es, dass sich der überwiegende Anteil der Bevölkerung für einen Anschluss an das Nahwärmenetz entschließt. Als Vorteil ergibt sich für die Haushalte zum einen eine sichere, kostengünstige und bequeme Wärmeversorgung, die unabhängig von steigenden Öl- oder Gaspreisen und von Importen ist. Zum anderen hat man die Gewissheit, durch diese Modernisierung einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen geleistet zu haben. |
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