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Über 600 Wissenschaftler des UNO-Gremiums zum Klimawandel (IPCC) haben vor wenigen Wochen einen aktuellen Bericht zur Entwicklung des Weltklimas vorgelegt. Die Ergebnisse des Berichts sind eindeutiger als je zuvor: Die Menschen tragen zu einem wesentlichen Teil zum Treibhauseffekt bei und verursachen damit eine Erwärmung des Erdklimas von 1,8° bis 5,8° C in diesem Jahrhundert. Die ganze Welt ein TreibhausDer Treibhauseffekt beruht auf der Fähigkeit bestimmter Gase in der Erdatmosphäre, die von der Erdoberfläche abgestrahlte Wärme zu speichern. Dies würde auch ohne menschliches Zutun geschehen. Die Menschen setzen aber im großen Umfang zusätzlich Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), Ozon (O3), FCKW/ HFCKW u. a. frei, so dass sich der Treibhauseffekt steigert. Die Freisetzung der Treibhausgase erfolgt überwiegend durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Öl, Kohle, Gas, Torf) für die Wärme- und Stromproduktion sowie im Verkehr. Weitere Emissionsquellen sind die Landwirtschaft (Tierproduktion und Reisanbau) und verschiedene Produkte und Produktionsverfahren der Chemieindustrie. Etwa zwei Drittel der Treibhausgase werden von nur etwa einem Fünftel der Weltbevölkerung in den Industrieländern freigesetzt. Steigende Temperaturen sind nicht immer erfreulichDie klimatischen Folgen des durch den Treibhauseffekt
verursachten Anstiegs der mittleren Temperatur auf der Erde lassen sich
nicht bis ins Detail vorhersagen. Der Treibhauseffekt ist ein unkalkulierbares
Risiko! In groben Zügen sind die Folgen jedoch abschätzbar. Ein wesentlicher
Punkt ist, dass durch das Abschmelzen von Gletschern, Polkappen und Meereisflächen
der Meeresspiegel um bis zu 88 cm in diesem Jahrhundert steigen könnte.
Da große Teile der Menschheit an Küsten und gletscherwassergespeisten
Flüssen leben, sind von den drohenden Überschwemmungskatastrophen und
dem Verlust fruchtbaren Landes viele Menschen betroffen.
Die Gefahren des Klimawandels bedrohen neben unseren natürlichen Lebensgrundlagen auch die relative Stabilität der internationalen Beziehungen. Denn wenn die Lebensgrundlage durch zunehmende Wasserknappheit, Überschwemmungen oder Ernterückgänge bedroht ist, steigt der Druck, eine andere Verteilung der Ressourcen durchzusetzen. Die Gefahr internationaler Konflikte bis hin zu Kriegen nimmt damit zu. Dieses Risiko steigt nicht nur aufgrund der Klimakatastrophe. Bereits seit langem warnen Friedensforscher vor dem Konfliktpotential, das durch die absehbare Verknappung des für die Industrieländer bislang wichtigsten Rohstoffes, des Erdöls, entsteht. Ändert sich nichts, wird ein wachsender Teil der öffentlichen und privaten Ausgaben für die Beseitigung der Folgeschäden unserer Produktions- und Lebensweise aufgewendet werden müssen. Den Menschen in den ärmeren Ländern des Südens drohen zusätzliche existenzbedrohende Gefahren durch ein Problem, an dessen Verursachung sie praktisch nicht beteiligt sind. Was jetzt getan werden mussAn Informationen über diese Probleme hat es bislang kaum gemangelt. Auch an guten Vorschlägen und Absichtserklärungen zur Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen fehlt es nicht. Die ergriffenen politischen Maßnahmen reichen aber bei weitem nicht aus, um den Ausstoß von Klimagasen zu verringern. Insbesondere bei den Klimakonferenzen der Vereinten Nationen (Rio 1992, Kyoto 1997, Den Haag 2000) wird der mangelnde Willen vieler Regierungen an einem gemeinsamen effektiven Vorgehen gegen den Treibhauseffekt deutlich. In den meisten Industrieländern steigt entsprechend der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen weiter an. Das verstärkte Engagement der Bürger bleibt also notwendig, um wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz politisch mehrheitsfähig zu machen und konkrete Ansätze im Alltag zu verwirklichen. Möglichkeiten dazu gibt es viele, sei es die Mitarbeit in Umweltinitiativen und ökologisch ausgerichteten Agenda-21-Gruppen oder ein verändertes Konsumverhalten (z. B. Benzin sparen oder Hausdämmung). Wichtige Bausteine zum Schutz des Weltklimas und zur Vermeidung kriegerischer Konflikte sind zudem Veränderungen bei der Wärme- und Stromproduktion. |
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